Kann man Labordiamanten von echten Diamanten unterscheiden?
Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen: Was passiert, wenn man einen Labordiamanten unter die Lupe nimmt? Die Antwort überrascht selbst Experten.
Kurz zusammengefasst
Kurz zusammengefasst: Nein. Mit bloßem Auge, einer Juwelierlupe oder einem Standard-Diamanttester ist ein Labordiamant nicht von einem Naturdiamanten zu unterscheiden. Beide bestehen zu 100 % aus Kohlenstoff. Nur spezialisierte gemmologische Labore können anhand der atomaren Struktur (Type IIa) und Wachstumsmuster die Herkunft feststellen.
Der Test mit dem bloßen Auge
Es ist die häufigste Frage, die uns bei Velur gestellt wird: "Sieht man, dass es kein 'echter' Diamant ist?" Die Antwort darauf ist ein klares, wissenschaftlich belegtes Nein.
Ein Labordiamant ist kein Zirkonia und kein Moissanit. Er ist ein echter Diamant. Er hat die gleiche Härte (10 auf der Mohs-Skala), den gleichen Brechungsindex (2,42) und das exakt gleiche Feuer (Dispersion). Wenn du zwei Steine mit der gleichen 4C-Bewertung nebeneinander legst – einen aus der Mine, einen aus dem Labor – kann nicht einmal ein Experte mit bloßem Auge sagen, welcher welcher ist.
Warum Diamanttester versagen
Vielleicht hast du schon einmal gesehen, wie ein Juwelier einen kleinen Stift (einen sogenannten Diamanttester) an einen Stein hält, woraufhin dieser piept und grün leuchtet. Viele glauben, dieser Test würde einen Labordiamanten entlarven. Das ist falsch.
Standard-Diamanttester messen die Wärmeleitfähigkeit und manchmal die elektrische Leitfähigkeit eines Steins. Da ein Labordiamant chemisch zu 100 % aus kristallisiertem Kohlenstoff besteht, leitet er Wärme exakt so wie ein Naturdiamant. Das Gerät wird also immer "Diamant" anzeigen.
Was sieht der Juwelier unter der Lupe?
Selbst unter einer 10-fachen Juwelierlupe bleibt das Geheimnis meist gewahrt. Naturdiamanten haben Einschlüsse – kleine Unvollkommenheiten, die während ihres Milliarden Jahre dauernden Wachstums entstanden sind. Labordiamanten haben ebenfalls Einschlüsse, da ihr Wachstumsprozess im Labor (CVD oder HPHT) natürliche Bedingungen nachahmt.
Der einzige kleine Hinweis
Bei im HPHT-Verfahren (High Pressure High Temperature) gezüchteten Diamanten können manchmal winzige metallische Einschlüsse zurückbleiben. Diese sind für Naturdiamanten untypisch. Doch bei hochwertigen Steinen mit VVS- oder VS-Reinheit sind diese Einschlüsse ohnehin mikroskopisch klein und ohne Spezialgeräte kaum zu deuten.
Wie das Labor den Unterschied findet
Wenn weder das Auge noch der Tester oder die Lupe helfen – wie wissen Zertifizierungsinstitute wie IGI oder GIA dann Bescheid? Sie nutzen hochkomplexe, millionenschwere Maschinen.
Der Stickstoff-Test (Type IIa)
Etwa 98 % aller Naturdiamanten enthalten winzige Spuren von Stickstoff (Type Ia). Labordiamanten hingegen werden meist völlig rein, ohne Stickstoff gezüchtet (Type IIa). Ein Spektrometer misst dies. Ist ein Stein Type IIa, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass er aus dem Labor stammt.
Fluoreszenz-Muster (DiamondView)
Geräte wie das DiamondView von De Beers bestrahlen den Stein mit extrem kurzwelligem UV-Licht. Naturdiamanten zeigen dabei ein anderes Fluoreszenzmuster (meist blau) als Labordiamanten, die durch ihr schichtweises Wachstum (CVD) oder sektorales Wachstum (HPHT) spezifische Leuchtmuster offenbaren.
Zusätzlich erhalten alle Labordiamanten eine mikroskopische Lasergravur auf der Rundiste (dem Rand des Steins). Dort steht die Zertifikatsnummer und ein Hinweis wie "LG" oder "Lab Grown". Diese Gravur schützt dich als Käufer.
Fazit: Sollte dich das kümmern?
Ehrlich gesagt: Nein. Dass ein Labordiamant nur von Großgeräten in Speziallaboren als solcher identifiziert werden kann, ist der ultimative Beweis für seine Qualität.
Du erhältst einen echten Diamanten, der optisch und chemisch perfekt ist. Der einzige Unterschied ist der Ort seiner Entstehung – und die Tatsache, dass du für einen Verlobungsring mit einem Labordiamanten deutlich weniger zahlst und die Umwelt schonst.
Alle unsere Velur-Diamanten ab 0,5 Karat kommen mit einem unabhängigen IGI- oder GRA-Zertifikat. Du hast Fragen zur Qualität? Schreib uns direkt per WhatsApp.
Pureté – Rundschliff Pavé
Klassischer Rundschliff mit funkelndem Pavé-Band.
Häufige Fragen (FAQ)
Ja, ein herkömmlicher Diamanttester, der die Wärmeleitfähigkeit misst, wird bei einem Labordiamanten immer positiv ("Diamant") anzeigen. Chemisch und physikalisch leitet ein Labordiamant Wärme exakt so wie ein Naturdiamant.
Nein. Selbst mit einer 10-fachen Juwelierlupe ist es für Experten nahezu unmöglich, einen Labordiamanten von einem Naturdiamanten zu unterscheiden. Beide Arten können winzige Einschlüsse aufweisen, die auf natürliches oder laborbedingtes Kristallwachstum zurückzuführen sind.
Renommierte Institute wie IGI oder GIA prüfen Diamanten mit speziellen Spektrometern. Sie erkennen unter anderem, ob der Stein Stickstoff enthält (Naturdiamanten) oder nicht (meist Labordiamanten vom Type IIa). Auf dem Zertifikat wird die Herkunft dann eindeutig als "Laboratory-Grown" ausgewiesen.
Ja, in der Regel wird bei zertifizierten Labordiamanten eine mikroskopisch kleine Lasergravur auf der Rundiste (dem äußeren Rand) angebracht. Diese enthält die Zertifikatsnummer und meist ein Kürzel wie "LG", das die Laborherkunft kennzeichnet.
Type IIa ist eine extrem seltene Klassifizierung für Naturdiamanten (nur ca. 1-2%), die nahezu keinen Stickstoff enthalten und dadurch besonders rein und farblos sind. Fast alle Labordiamanten werden als Type IIa gezüchtet, was ihnen eine außergewöhnliche optische Reinheit verleiht.
Finde deinen perfekten Ring
Entdecke unsere handgefertigten Verlobungsringe mit zertifizierten Labordiamanten in Premium-Qualität.










