Sind Labordiamanten echte Diamanten? 10 Fakten, die du kennen solltest
Myth-Busting mit Zahlen, Quellen und der Perspektive eines Juweliers, der täglich mit beiden arbeitet.
Kurz zusammengefasst
Ja, Labordiamanten sind echte Diamanten. Sie bestehen aus demselben Material (kristallisierter Kohlenstoff), haben dieselbe Härte (Mohs 10), denselben Brechungsindex (2,42) und dieselbe Brillanz. Die FTC hat das 2018 offiziell bestätigt. Der einzige Unterschied: Labordiamanten entstehen in Wochen statt in Milliarden Jahren.
„Aber ist das dann ein richtiger Diamant?“ Diese Frage hören wir bei Velur mehrmals pro Woche. Meistens von Partnern, die gerade einen Verlobungsring aussuchen und zum ersten Mal von Labordiamanten hören.
Die kurze Antwort: Ja. Die lange Antwort: Hier sind 10 Fakten, die das belegen – mit Quellen, Zahlen und ohne Marketing-Floskeln.
Chemisch identisch mit natürlichen Diamanten
Ein Labordiamant besteht aus reinem kristallisiertem Kohlenstoff in kubischer Kristallstruktur. Genau wie ein Diamant aus der Erde. Kein Zirkonia, kein Moissanit, kein „diamantähnliches Material“. Purer Kohlenstoff, identisch angeordnet.
Was das konkret bedeutet: Wenn du einen Labordiamanten und einen natürlichen Diamanten unter ein Elektronenmikroskop legst, siehst du dieselbe Atomstruktur. Kein Wissenschaftler der Welt könnte anhand der chemischen Zusammensetzung sagen, welcher im Labor und welcher in der Erde entstanden ist.
Die FTC hat es 2018 offiziell bestätigt
Die US-Federal Trade Commission – die oberste Verbraucherschutzbehörde der USA – hat 2018 ihre Jewelry Guides überarbeitet. Das Ergebnis: Das Wort „natürlich“ wurde aus der offiziellen Diamant-Definition gestrichen. Ein Diamant ist ein Diamant, egal ob aus der Erde oder dem Labor.
Das war kein kleines Update. Die FTC-Definition gilt als internationaler Maßstab für die Schmuckbranche. Wer heute behauptet, Labordiamanten seien „keine echten Diamanten“, widerspricht damit der offiziellen Regulierung.
Quelle: FTC Jewelry Guides
Härte 10 auf der Mohs-Skala – wie jeder Diamant
Mohs 10. Das härteste natürliche Material auf der Erde. Und Labordiamanten haben exakt dieselbe Härte. Warum? Weil die Härte von der Kristallstruktur abhängt – nicht davon, wo der Stein gewachsen ist.
In der Praxis heißt das: Dein Labordiamant-Ring übersteht den Alltag genauso wie ein Ring mit natürlichem Diamanten. Keine Kratzer durch Schlüssel, Türklinken oder Küchenarbeit. Nach 30 Jahren sieht er aus wie am ersten Tag.
Bestehen jeden handelsüblichen Diamanttester
Diamanttester messen die Wärmeleitfähigkeit eines Steins. Diamanten leiten Wärme extrem schnell – das unterscheidet sie von Imitaten wie Zirkonia oder Glas. Und weil Labordiamanten dieselbe Wärmeleitfähigkeit haben wie natürliche, bestehen sie jeden Test.
Auch neuere Tester, die zusätzlich die elektrische Leitfähigkeit messen, können nicht zwischen Labor und Natur unterscheiden. Der Diamanttester sagt schlicht: „Diamant.“ Mehr nicht.
Nur mit Spezialgeräten unterscheidbar
Hier wird es technisch. Die meisten natürlichen Diamanten enthalten Spuren von Stickstoff (Type Ia). Die meisten Labordiamanten sind stickstofffrei (Type IIa). Mit einem UV-Fluoreszenz-Spektroskop lässt sich dieser Unterschied messen.
Aber: Auch in der Natur kommen Type-IIa-Diamanten vor – sie gelten sogar als die reinsten und wertvollsten. Ein Type-IIa-Ergebnis allein beweist also nicht, dass ein Stein aus dem Labor kommt. Es braucht eine Kombination aus mehreren Analysen.
Was deine Freunde und Familie sehen
Nichts. Keinen Unterschied. Wir haben das bei hunderten Kundinnen erlebt: Niemand – wirklich niemand – hat je am Finger erkannt, ob der Stein aus dem Labor oder der Erde stammt. Was sie sehen: einen funkelnden Diamanten.
Werden von IGI und GIA zertifiziert
Die beiden wichtigsten gemmologischen Institute der Welt – IGI und GIA – zertifizieren Labordiamanten. IGI hat dabei mit rund 65 % den größten Marktanteil bei Lab-Grown-Zertifizierungen.
Ein IGI-Zertifikat bewertet denselben Satz an Kriterien wie bei natürlichen Steinen: Karat, Farbe, Reinheit und Schliff (die 4Cs). Das Zertifikat gibt dir Sicherheit über die exakte Qualität deines Steins – unabhängig von der Herkunft.
Spannend: GIA hat 2025 angekündigt, Lab-Grown-Diamanten künftig anders zu bewerten. Was genau das bedeutet, ist noch unklar. Für den Moment bleibt IGI der verlässlichste Standard. Bei Velur sind alle Steine ab 0,5 Karat zertifiziert.
60–86 % günstiger als natürliche Diamanten
Die Preisdifferenz ist massiv. Ein 1-Karat-Labordiamant in guter Qualität (G/VS2) kostet in Deutschland zwischen 700 und 1.400 €. Ein natürlicher Diamant mit identischen Spezifikationen: 4.500 bis 9.000 €.
Warum so günstig? Weil die Produktion skalierbar ist. Natürliche Diamanten sind durch geologische Vorkommen begrenzt – Labordiamanten nicht. Die Produktionskapazitäten steigen, die Preise fallen. Allein im letzten Quartal sind Lab-Grown-Preise um weitere 3–5 % gesunken.
Was viele nicht wissen: Die Qualität ist dabei nicht schlechter. Im Gegenteil – weil die Bedingungen kontrolliert sind, haben Labordiamanten oft weniger Einschlüsse als natürliche Steine derselben Preisklasse.
Verlieren nie ihre Brillanz
Ein hartnäckiger Mythos: „Labordiamanten werden mit der Zeit trüb.“ Falsch. Komplett falsch.
Die Brillanz eines Diamanten hängt von zwei Dingen ab: dem Schliff und der Härte. Beides ist bei Labordiamanten identisch mit natürlichen. Mohs 10 bedeutet: Nichts im Alltag kann diesen Stein verkratzen. Und ein Excellent-Cut bricht das Licht nach 50 Jahren genauso wie am Tag des Kaufs.
Was passieren kann: Seifenreste oder Lotionrückstände können den Stein vorübergehend matter wirken lassen. Das ist aber kein Qualitätsverlust – eine kurze Reinigung mit warmem Wasser und einer weichen Bürste reicht.
Wachsender Markt – auch in Deutschland
Der deutsche Lab-Grown-Markt erreichte 2024 ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro. Das jährliche Wachstum liegt bei 12,8 %. Zum Vergleich: Der Gesamtschmuckmarkt wächst um etwa 3–4 % pro Jahr.
Was das für dich bedeutet: Labordiamanten sind kein Nischenprodukt mehr. Sie sind Mainstream. Große Juweliere wie Pandora haben bereits komplett auf Lab-Grown umgestellt. Und bei uns – einem Juwelier, der sowohl Moissanit als auch Labordiamanten anbietet – sehen wir den Trend täglich: Immer mehr Paare entscheiden sich bewusst für den Labordiamanten.
Kein Bergbau, keine Konflikte
Labordiamanten entstehen in kontrollierten Produktionsstätten – nicht in Minen. Das bedeutet: Keine zerstörten Ökosysteme, keine Zwangsarbeit, keine Finanzierung bewaffneter Konflikte.
Ehrlich gesagt: Der Nachhaltigkeitsaspekt ist komplexer, als viele Marketing-Kampagnen suggerieren. Die Produktion braucht viel Energie. Aber die ethischen Vorteile – keine Kinderarbeit, keine Konfliktfinanzierung, keine Umweltzerstörung durch Bergbau – sind real und messbar.
„Die Frage ist nicht mehr, ob Labordiamanten echt sind. Die Frage ist, warum jemand für denselben Stein das Fünffache zahlen sollte.“
Velur Redaktion
Du willst den Unterschied selbst sehen – oder eben nicht sehen? Schreib uns per WhatsApp und wir schicken dir Vergleichsbilder von Labor- und Naturdiamanten in derselben Fassung. Spoiler: Du wirst keinen Unterschied erkennen.
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Häufige Fragen (FAQ)
Ja. Labordiamanten bestehen aus demselben Material wie natürliche Diamanten: reiner, kristallisierter Kohlenstoff. Die FTC hat 2018 bestätigt, dass sie echte Diamanten sind. Sie haben dieselbe Härte, Brillanz und chemische Zusammensetzung.
Nein, nicht mit bloßem Auge. Selbst erfahrene Juweliere brauchen ein Spektroskop, um Labor- von Naturdiamanten zu unterscheiden. Der Unterschied liegt im Stickstoff-Gehalt – nicht in der Optik. Mehr dazu in unserem ausführlichen Vergleich.
Ja, jeden handelsüblichen Diamanttester. Diese messen die Wärmeleitfähigkeit – und die ist bei Labor- und Naturdiamanten identisch. Ein Diamanttester kann nicht zwischen den beiden unterscheiden.
Nein. Labordiamanten haben Härte 10 auf der Mohs-Skala – sie verkratzen nicht und verlieren ihre Brillanz nicht. Vorübergehende Trübung durch Seifenreste oder Lotion lässt sich mit einer einfachen Reinigung beheben.
Ja. IGI und GIA zertifizieren Labordiamanten nach denselben Kriterien wie natürliche Steine (4Cs). IGI hat rund 65 % Marktanteil bei Lab-Grown-Zertifizierungen. Bei Velur sind alle Steine ab 0,5 Karat zertifiziert.
Labordiamanten kosten 60–86 % weniger als vergleichbare natürliche Diamanten. Ein 1-Karat-Stein in guter Qualität liegt bei 700–1.400 € (natürlich: 4.500–9.000 €). Bei Velur findest du Verlobungsringe mit Labordiamanten ab 900 €.
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